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Über Sinn und Unsinn singt das Trio Tschou zäme

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Von Allergenen, Abzockern und der Liebe

BERNER RUNDSCHAU / MLZ / Susanna Hofer  (24.03.2003)

AARWANGEN · Gelungener Liederabend des Kulturkreises der Kirchgemeinde mit dem Trio «Tschou zäme»

© Berner Rundschau / MLZ / Susanna Hofer

Unverkennbar berndeutsch hört sich der Name des Trios an, das der Kulturkreis der Kirchgemeinde Aarwangen organisiert hat: «Tschou zäme» besteht aus Hansueli Gerber, Lorenz Sommer und einem alten Hasen der Mundartszene, Bänz Hadorn. Ein-, zwei-, manchmal dreistimmig ertönen die Lieder, aber Hadorn liefert vor allem einen differenzierten, hingebungsvoll gespielten Kontrabass-Sound. Gitarrist Gerber übernimmt souverän die Rolle des trockenen Humoristikers, während Sommer, ebenfalls an der Gitarre, sein Publikum mit Charme und Schalk betört. Das Trio zeichnet sich nicht durch grosse Stimmen aus, vermag das Publikum aber mit variantenreichem Instrumentalspiel und melancholisch-tiefgründigen, aber auch witzigen Texten zu unterhalten und nachdenklich zu stimmen. Seit die «Tschou-zäme»-Mitglieder 16-jährig sind, spielen sie zusammen, in Aarwangen waren sie zuletzt vor acht Jahren. «Und wir wollten sie unbedingt wieder haben», so die Organisatoren; ein Engagement, dass offenbar von vielen geschätzt wird, das zeigt der volle Saal des Kirchgemeindehauses Riedli.

Faktor zehn nützt nicht viel, wenn...

Gleich zu Beginn gibt Gerber eine Kostprobe seines trockenen Humors. Mit dem ersten Stück «Sunnebrand», auf der gerade erschienenen CD «Zwüschetön», beschreibt er eine Alltagserfahrung, die das Publikum gleich in gute Stimmung versetzt: Zwar hat er «Faktor zäh» eingerieben, doch nützt alle Liebesmüh nichts, wenn man in der wohlig warmen Sonne einschläft und von heissen Sachen und Fatima träumt... Sommer hakt als Arzt mit dem Lied vom Chef nach, der meint, der sei der Grösste, von seiner Umgebung aber eher als Allergen denn als Genie wahrgenommen wird: «Du bisch es Riese-aaa......llergen für mi», singt er verschmitzt lächelnd, und meint lakonisch: «Allergene muss man einfach meiden».

Alltagsgeschichten, gut erzählt

Präzise Beobachtungen des Alltags zeigt ein Lied wie das von den Einladungen, in denen steht, man solle nur gute Laune mitbringen, und wo dann doch alle ausser dem Liederdichter «Blickfänger-Geschenke» bringen. Doch mit etwas List zieht man sich aus der Affäre. Genau diese Mischung aus alltäglichen Peinlichkeiten und tolpatschige Momente, wie sie jedem passieren, und der List, mit der man sich aus der Schlinge ziehen kann, macht das Trio so sympathisch, den Inhalt seiner Lieder nachvollziehbar. Eigentlich amüsiert man sich über sich selber, sieht sich gespiegelt und kann lachen über die eigenen Unzulänglichkeiten. Das tut zugegebenermassen wohl.

Haben auch einige Lieder einen melancholischen Grundton, schadet das der Sache nicht. Im Gegenteil, die Mischung stimmt, die Melodien bringen Abwechslung. Auffallend, dass fast jede Formation in ihrem aktuellen Programm in irgendeiner Form die Abzockerei gewisser Manager anprangert, so auch «Tschou zäme» im Lied «Cosa vostra». «Wir müssen sparen - für ihre Abgangsentschädigungen.» Doch «jede weiss was los isch, kene seit es Wort.»

Von der Weltpolitik leitet Sommer wieder elegant zur Standespolitik seines eigenen Standes, der Ärzte über. Da wird nicht lange gefackelt: «I der Länk het mou eine dr Schädu verheit», beginnt er. Doch der Totgeglaubte ist nur scheintot und hebt bei der Beerdigung den Sargdeckel hoch: «I gloube, für hüt wei mer s Stärbe lo si...» Da hat er aber nicht mit seiner Liebsten gerechnet: «Gang zrugg id Chischte, dr Herr Dokter het gseit, du sigsch tot und das bisch du!»

Den Weg bis ans Ende gehen

Völlig ohne bittere Ironie dann das Liebeslied «Wunsch», eine berührende Liebeserklärung an eine Lebensgefährtin, mit welcher der Sänger den Weg bis ans Ende gehen möchte. Die «gestandenen Familienväter» singen auch für ihre Kinder ein Lied. Ein Lied, das sie stark machen soll. «Säg nei», wenn jemand ihren Mut brechen will; «säg nei» zum Dealer, der angeblich den Himmel verkauft; «säg nei» zu dem, der behauptet, er könne ohne dich nicht mehr atmen: ein Höhepunkt des Konzertes. Auch die «Ballade», die zeigt, wie ein einziger Buchstabe alles verändern kann und zwei einsame Singles zusammenführt, gehört zu den Highlights, anrührend in ihrer einfachen Menschlichkeit. Nachdem das Publikum den spätpubertierenden Lorenz Sommer noch durch ein Trauma begleitet hat, das sich später als Traum herausstellt, nach zwei Zugaben und vielen Pointen entlässt das Publikum die drei mit langem Applaus. «Tschou zäme, bis zum nöchschte mal!»

Aus dem Alltag Lorenz Sommer, Bänz Hadorn und Hansueli Gerber (v. l.) vom Trio «Tschou zäme» halten dem Publikum den Spiegel vor. hanspeter Bärtschi

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