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Siebte CD von «Tschou zäme»

WOCHEN-ZEITUNG FÜR DAS EMMENTAL UND ENTLEBUCH / Bruno Zürcher  (25.10.2007)

EMMENTAL: Arzt, Architekt und Richter – drei Lausbuben

«Tschou zäme» stellen morgen ihre neue CD «Schwemmholz» vor. Die drei Herren sind ein gut gelauntes und gut eingespieltes Team, was sich bei einem Probenbesuch zeigt.

«Und, was habt ihr Neues?», fragt Bänz Hadorn seine beiden Kollegen. Lorenz Sommer und Hans-Ulrich Gerber geben sich zurückhaltend: «Ich hätte da schon was», gibt Gerber schliesslich zu. – «Ja, ich auch», gesteht Sommer ein, «aber fang du mit Vorspielen an.» Und so werden aus dem Gerichtspräsidenten (Gerber), dem Hausarzt (Sommer) und dem Architektur-Ingenieur (Hadorn) verschmitzt schmunzelnde Lausbuben, die es kaum mehr erwarten können, zu hören, was der andere für ein Lied komponiert hat. Gerber macht den Anfang, nimmt die Gitarre, legt das Blatt mit dem Text aufs linke Bein und beginnt zu spielen: Ein feiner, stimmiger Song mit virtuosem Gitarrenspiel. «Lang vor dere Zyt», soll er heissen. Bänz Hadorn stützt sich, während Gerber spielt, auf seinen Kontrabass und blickt versonnen an die Decke. Lorenz Sommer hat den Kopf gesenkt, die Augen zugekniffen und tippt den Rhythmus mit dem Fuss.


«Ah, da kommt ein G»
«Öppe so!», meint Gerber nach der Premiere. «Was könnte die zweite Gitarre spielen?», fragt Sommer. Probieren geht über studieren. Alle drei stimmen das Stück ein erstes Mal gemeinsam an – es klingt passabel. «Ah, dort kommt ein G», erkennt Sommer plötzlich. Bänz Hadorn findet sich mit dem Bass sofort zurecht. Beim Text müssen noch Details angepasst werden. Soll es am Schluss einer Strophe heissen «troffe» oder «gfunge»?

Dann ist Sommer an der Reihe. «Gang es paar Schritt i mine Schue», lautet der Refrain seines Lieds, das von verschiedenen Sichtweisen handelt. In der zweiten Strophe stimmt Hans-Ulrich Gerber mit ein, soliert mit seiner Gitarre kleine Phrasen. Bänz Hadorn strahlt, weil er eine geeignete Begleitung gefunden hat. Noten brauchen die drei Musiker keine, was auch in der Vergangenheit immer so war. Die Akkorde werden einfach gerufen.«A A A C – D – G», diktiert der Komponist seinen beiden Mitmusikern.

Produktiv-kreative Herbstferien
Auch an Konzerten kommen «Tschou zäme» ohne störende Notenständer aus. Gerber vertraut auf einen kreditkartengrossen Zettel, auf dem das Liedprogramm und bei manchen Stücken der erste Akkord geschrieben stehen. «Ich finde es peinlich, wenn man die Lieder nicht auswendig kennt.» Der Umstand, dass nicht erst Notenblätter geschrieben werden müssen, macht es auch leichter, neue Stücke einzuüben. Nachdem die beiden neuen Stücke gespielt sind, herrscht Freude und zustimmendes Nicken. «Die beiden könnten wir eigentlich bringen», meint Bänz Hadorn abschliessend. Weil der Bassist nicht als Leadsänger amtet, schreibt er keine Stücke, hilft aber mit, die Lieder zu arrangieren. «Im Herbst haben wir immer neue Stücke. Die Herbstferien sind die ergiebigsten von allen», weiss Hadorn. Dies hier ist die erste Probe nach den Herbstferien. Als Lokal dient jeweils das Wohnzimmer eines Mitglieds, heute jenes von Hans-Ulrich Gerber. Man merkt sofort, dass die drei Hobbymusiker nicht zum ersten Mal hier üben. «Meistens klingeln sie gar nicht, sondern kommen einfach rein.»
Am Freitag, wenn im Musig-Bistro in Bern die neue CD vorgestellt wird, spielen «Tschou-zäme» natürlich die Lieder der neuen Scheibe. 22 Lieder haben sie aufgenommen, 16 sind auf der CD zu hören. «‹Camping› sollten wir noch anspielen, dort ist der Anfang kompliziert», findet Gerber – «Meinst du?» Lorenz Sommer beginnt und verspielt sich prompt. – «Äbe!»

Über die eigenen Texte schmunzeln
Den dreien macht das Musizieren Spass. Öters müssen sie ob den ironischen Texten schmunzeln. Andere Songs regen eher zum Denken an. «Man merkt, dass diese nicht aus der Sturm-und-Drang-Zeit stammen», meint Sommer. Die Texte entsprechen den jeweiligen Lebensepochen. Bänz Hadorn, der älteste: «Die Lieder behandeln eine Lebensphase, die bei mir vor 20 Jahren aktuell war. Für mich ist das ein Rückblick auf eine vergangene Zeit.» Die Lieder von «Tschou zäme» haben Hand und Fuss. Die Texte sind sorgfältig gewählt undwerden von der Saitenmusik gut unterstützt. Sie enden nicht selten mit einer feinen, ironischen Pointe. Sie beschreiben und hinterfragen alltägliche Situationen. Warum sind die Lieder nicht kritischer? Politischer? «Das haben wir auch schon gemacht. Beispielsweise den Expo-Song oder ein Stück zum Grounding der Swissair», meint Gerber während des obligaten Zvieris bei Käse, Wurst und Wein. Das Problem sei, dass die Themen nach kurzer Zeit nicht mehr aktuell seien. Lorenz Sommer meint, dass er zunehmend Probleme habe, klar Position zu beziehen. Der Schuss mit den politisch-kritischen Liedern kann auch nach hinten losgehen. Als «Tschou zäme» einmal eine politische Partei auf die Schippe genommen hat, wollte die Partei doch allen ernstes das Stück als Werbesong haben – «wir haben davon abgeraten.»


Ausgleich zum Beruf
«Während der Woche bin ich ein Hausarzt, der auf seriöse Art und Weise die Patienten zu behandeln versucht, und am Wochenende spiele ich dann auf der Bühne den Clown», meint Sommer. Mittlerweile hätten sie gelernt, mit dem Konflikt zwischen Beruf und Musik umzugehen. Und negative Bemerkungen gebe es nur sehr selten. «Die Musik ist ein willkommener Ausgleich zum Beruf.»
Nun werden sie mit ihrer neuen Scheibe auf Tour gehen. Aufgeregt sind sie deswegen nicht. In vielen Sälen haben sie in den letzten 20 Jahren schon oft gespielt. Sie freuen sich auf die Auftritte, auf die Reaktionen des Publikums. Seit Jahren entscheiden sie selber, wann und wo sie auftreten. Einen Manager brauchen sie nicht. Wie auf der CD werden keine zusätzlichen Musiker zu hören sein, einfach die beiden Gitarren, der Bass und die drei Stimmen von «Tschou zäme». Es reize einen natürlich schon, irgendwelche Musiker anzuheuern, meint Bänz Hadorn und fügt dann an: «Aber es ist besser, wenn wir einfach das machen, was wir können.»

Pdf-Datei: wochen-zeitung_25_10_2007.pdf

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